Nachdem der Release nun schon einige Tage her ist, erreichen mich vermehrt Fragen, welche 7er-Version man denn kaufen soll.
Eines vorneweg: Wer jetzt noch meint, Windows XP sei nach ziemlich genau acht Jahren nach seinem Erscheinen immer noch das schnellste/beste/sicherste/übersichtlichste/stabilste Betriebssystem, dem ist leider nicht mehr zu helfen! XP wurde damals (und wird es immer noch) von einem Gros der Firmen eingesetzt und Microsoft hat es deshalb mit etlichen ServicePacks und Updates bis heute aktuell gehalten. Nun ist es aber endlich Zeit den Umstieg zu vollziehen. Eigentlich sollte dieser bereits mit Windows Vista kommen. Doch anfängliche(!) fehlende Hardwareunterstützung (Stichwort: Treiber) haben viele Unternehmen vor dem Umstieg zurückschrecken lassen. Dieses Negativ-Image ist Vista leider nie mehr so richtig los geworden. Auch ich hatte anfangs Treibersorgen. Obwohl ich mir Vista kurz nach dem Erscheinungstermin gekauft und installiert hatte, flog es danach erst mal wieder von der Festplatte. Mit dem ersten SP habe ich meinen PC dann endgültig umgestellt. Seit dem läuft es reibungslos. Damit Windows 7 nicht dasselbe Schicksal ereilt gibt es gerade beim Treiber-Support große Fortschritte. So habe ich es schon erlebt, dass exotische Komponenten aus einem alten Laptop dank dem Treiberdownload anstandslos und automatisch von Win 7 installiert wurden – und das noch während der Release-Candidate-Phase. Das Gleiche bei einem No-Name-Bluetooth-(USB)Stick.
Zurück zum Thema: Welche Version für wen?
Mit der Starter-Edition ist sicherlich niemandem geholfen. Ein so stark abgespecktes OS ist wohl eher Microsofts Tribut an die Nachfrage in Entwicklungsländern. Auch die Home Basic dürfte nur die wenigsten Nutzer zufriedenstellen: Kein MediaCenter und nicht mal die schmucke Aero-Oberfläche. Diese Funktionen beinhaltet jedoch die Home Premium für nur knapp 70EUR. Die Home Premium wird wohl zukünftig auch den meisten neuen PCs beiliegen. Wer noch etwas mehr will, ist mit der Professional gut beraten. Für Preise ab 105EUR gibt es zusätzlich die Funktionen Domänen-Mitgliedschaft, erweitertes Drucken, das EFS-Dateisystem und Remote Desktop.
Nun stellt sich für technisch versierte (private) Anwender die Frage: „Warum nicht nochmal 30EUR mehr in die Ultimate/Enterprise investieren?“
Die Enterprise als solches gibt es für Privatanwender gar nicht zu kaufen. Diese Version entspricht vom Funktionsumfang der Ultimate, ist aber dank Volumenlizensierung nur für Firmenkunden erhältlich.
Generell ist der Gedanke richtig, eine höherwertige Edition zu kaufen, nur ist der Mehrwert für Privatnutzer aufwärts der Professional sehr gering: Hier die nochmals erweiterten Features der Ultimate/Enterprise: AppLocker, Bitlocker, Bitlocker to Go, Branch Cache, Direct Access, mehrere Sprachen.
Wer nun meint seine Festplatte auf seinem Privat-PC verschlüsseln zu müssen, bitte, kauft euch die Ultimate. Allen anderen sei gesagt: Wer keinen weltweiten Zugriff auf sein Heimnetzwerk benötigt (Cirect-Access), und auf intelligente Caching-Maßnahmen (Branch Cache) zwischen sich und seinen Außenstellen (ja richtig, Außenstellen haben in der Regel nur Unternehmen) verzichten kann, für den ist Windows 7 Professional erste Wahl.
Den XP-Modus zum Öffnen inkompatibler Anwendungen (mit Windows 7) gibt’s nämlich auch schon mit der Professional. Auch dieses, eigentlich recht nützliche Feature, dürfte dem Otto-Normal-Verbraucher nichts nutzen. Mit „Anwendungen“ sind größtenteils auf XP zugeschnittene Entwicklung gemeint, für die Unternehmen große Summen ausgeben müssten, um sie mit der siebten Version von Windows kompatibel zu machen. Auch Spiele und andere grafikintensive Anwendungen können nur eingeschränkt genutzt werden, da die Grafikkarte (sofern vorhanden) nicht an VirtualPC durchgereicht wird. Stattdessen wird eine onboard-Karte emuliert.
Einige Hartgesottene (siehe oben), die wahrscheinlich noch nie mit Vista oder 7 gearbeitet haben, bezeichnen Windows 7 auch gern als ServicePack für Win Vista. Das dem nicht so ist, bekommt man spätestens bei genauer Betrachtung der Oberfläche mit, oder macht sich mal mit den Veränderungen „unter der Haube“ vertraut („Viele Neuerungen unter und über der Haube“ und „Eine Auswahl: Weitere Neuerungen und Verbesserungen in Windows 7“).
Allen die noch mehr Wissen wollen empfehle ich den bereits am Donnerstag verlinkten Artikel sowie „Windows-7-Funktionen für Profis und Business“
Und übrigens: Für Studenten gibt es Windows 7 Home Premium für sagenhafte 35EUR! auf www.windows7fuerstudenten.de.
Preise jeweils angegeben für die SystemBuilder-Versionen; Stand: 26.10.2009
Quelle: http://geizhals.at/deutschland/?fs=windows+7+sb&in=
Tags: microsoft, Windows 7

